Schweizergarde-Museum Naters
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Amici-Treffen 2017

Knapp dreimal hundert amici und Stifter folgten der diesjährigen Einladung zum amici-Tag in Naters. Dieser fand just am Namenstag des heiligen Martins, einem der drei Gardepatrone, und genau 11 Jahre nach der Eröffnung des weltweit ersten und einzigen Gardemuseums durch die damalige Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey statt. In der Zwischenzeit ist das zarte Pflänzchen zu einer tollen, reichlich blühenden Blume herangewachsen.
Höhepunkt der diesjährigen amici-Tagung waren die Enthüllung der zwei letzten Gemälde für die «Sala Guardia»:
«Détachement im Harnisch» und «Vereidigung» sowie die Versteigerung der beiden Leibwächter für Papst Johannes Paul II. in der «Sala Guardia».

Ackermann-Family for Music

Das Ackermann Sextett, unter der Leitung von Exgardist Markus Ackermann, umrahmte die amici-Tagung musikalisch. Der von Markus Ackermann komponierte «Christoph-Graf-Marsch» wurde uraufgeführt und die Original-Partitur dem Vizekommandanten Philippe Morard zu treuen Händen seines Kommandanten übergeben.

amici-Obmann Tony Jossen

Eine so grosse Anzahl Freunde begrüssen zu dürfen, sei für Obmann Tony Jossen jedes Mal eine grosse Ehre und Freude. Er hiess sie alle am 11. November 2017 – dem Ehrentag des heiligen Martins – im «Zentrum Missione» in Naters zum traditionellen Martinitreffen der Stifter und Freunde des Gardezentrums ganz herzlich willkommen. Ein besonderer Gruss galt Oberstlt Philippe Morard, Vizekommandant der Päpstlichen Schweizergarde, dem Natischer Seelsorger, Pfarrer Jean-Pierre Brunner, dem Gemeindepräsidenten und Nationalrat Franz Ruppen sowie dem Natischer Kulturminister, Gemeinderat Yves Zurwerra.

Ja zum Leben
Wie in den vergangenen Jahren, legte Obmann Tony Jossen der Versammlung ein paar Gedanken zum gesellschaftlichen und ethischen Umfeld dar. «Wir sind nicht nur eine tolle kulturelle und fröhliche Gemeinschaft, sondern versuchen auch zu unsern christlichen Überzeugungen zu stehen, auch wenn dies Mut und Standfestigkeit erfordert. Wir verurteilen und urteilen nicht, möchten aber für uns das verfassungsmässige Recht der freien Meinungsäusserung ebenfalls beanspruchen. Gestatten Sie mir, das auszusprechen, was mein Herz bewegt.
Der Eid, den wir Gardisten am 6. Mai leisten, zählt für den Rest des Lebens. «Einmal Gardist – immer Gardist!» So hat es unser Kommandant Oberst Christoph Graf in einem Interview vor unserer Zentraltagung in Solothurn ausgedrückt. Ich stimme dieser Aussage vollumfänglich zu; denn die Eidesleistung im Damasushof ist keine Showeinlage, sondern Ausdruck einer Glaubensüberzeugung und die Verpflichtung, Leib und Leben des Heiligen Vaters zu schützen und ihn zu verteidigen.
Doch wie ist das nun, wenn wir aus dem aktiven Dienst ausscheiden? Wie können wir als ehemalige Gardisten unserer Aufgabe heute und jetzt gerecht werden? Das Leben des Papstes zu schützen, fällt nicht mehr in unsere Kompetenz. Dafür sind unsere aktiven Kameraden in Rom zuständig, die das auch hervorragend leisten.
Wir als Gardisten und auch Ihr, liebe amici und Stifter, können unsere Dienstauffassung und Überzeugung sinnvoll erweitern. Wäre es aber nicht gerade unsere Aufgabe, das Leben als solches zu schützen und zwar das Leben eines jeden Menschen? – Denn dieses Leben wird heute von verschiedenen Seiten bedroht und angegriffen. Das unantastbare Leben hat heute weitgehend seinen Wert verloren. Der Mensch pfuscht dem Hergott immer mehr in sein wunderbares Schöpfungswerk und meint, dies würde sich nicht früher oder später rächen. PID, Leihmutterschaft, Designer-Babys, Kindsadoption für gleichgeschlechtliche Paare, «Ehe für alle» usw. sind die Waffen gegen die jahrhundertealte Selbstverständlichkeit einer Ehe von Mann und Frau! Der hl. Paulus bringt es im Galaterbrief auf den Punkt: «Irret euch nicht; Gott lässt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.» (Gal. 6,7)
Wir nehmen für uns das Recht in Anspruch selbst zu entschieden, wann menschliches Leben beginnt und welches Leben lebenswert ist. Wird bei Schwangerschaftstests vermutet, dass ein Kind behindert oder krank zur Welt kommen könnte, wird dieses Menschlein einfach abgetrieben und man meint noch, damit der Gesellschaft einen Dienst geleistet zu haben. Wenn die Karriereplanung und die Wünsche nach sog. «Selbstverwirklichung» mit dem Kindersegen nicht übereinstimmt, muss das schwächste Glied, das mit allen menschlichen Eigenschaften ausgestatte Kind, dran glauben. Künftig wird es noch brutaler: Google nimmt bereits Bestellungen für Designerbabys an; Kinder aus der Retorte sind eine Tatsache, behinderte Kinder wird es nicht mehr geben, obwohl auch sie wertvolle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft sind. Wenn Hebammen sich aus ethischen Gründen weigern, bei Abtreibungen mitzuhelfen, verlieren sie ihren Job, auch im Spital Sankta Maria in Visp!
Das Leben ist aber nicht nur bei seinem Beginn höchst gefährdet. Auch sein Ende will der Mensch selber bestimmen. Durch Euthanasie will man alten und gebrechlichen Menschen einen schönen und leichten Tod ermöglichen. Das Alterheim «Englisch-Gruss – Leben im Alter» – so sein Name – hat damit begonnen, den Sterbehelfern «Exit» und «Dignitas» die Türen zu öffnen. Ärzte und Ärztinnen, die dazu Hand bieten, brechen ihren hypokratischen Eid, der sie verpflichtet, Leben zu schützen und zu pflegen.
Als Beschützer des Lebens sind wir aufgerufen, solchen teuflischen Entwicklungen Einhalt zu gebieten und ein ganz klares Nein! zu sagen. Der Herr über Leben und Tod wird uns dafür belohnen, wenn wir auch öffentlich zu dieser Verpflichtung stehen.
Dieses Jahr feiern wir den 600. Geburtstag unseres Landesvaters und Gardepatrons Bruder Klaus. «Machet den Zuun nicht zu wiit!», hat der den alten Eidgenossen geraten. Haltet die Grenzen ein, die euch durch Gottes Gebote vorgegeben worden sind. Ihr seid Gärtner im Garten der Schöpfung und nicht Herren über alles. So würde er uns heute wohl ins Gewissen reden. Möge Bruder Klaus auch weiterhin seine schützende Hand über uns halten!
In diesem Sinn möchte ich Euch alle ermuntern, mutig zu eurer Überzeugung zu stehen und als wahre Lebensschützer nicht den Gender-Ideologen das Feld zu überlassen. Damit sind wir auch auf der guten Seite. Die Rosenkranzkönigin von Fatima, die vor 100 Jahren den armen Hirtenkindern Jacinta, Francisco und Lucia 6-mal erschienen ist, wird unsere mächtige Fürsprecherin sein und mit Papst Fanziskus haben wir einen wunderbaren Mitstreiter an unserer Seite. Er sagte während der Audienz vom 11. Oktober 2017:
«Ein Christ ist ein wahrer Friedensstifter, wenn er etwas riskiert. Wenn er den Mut hat, Gutes zu schaffen; Gutes das Jesus uns geschenkt hat wie einen Schatz, für den es sich lohnt auch öffentlich Zeugnis zu geben. Seien wir mutig und unverzagt!»
Übrigens das Schild an der Wohnungstür in Santa Marta hat folgendes Leitmotiv:
«Hör auf, dich zu beklagen und handle, um dein Leben zu verbessern!»

1000 Jahre alt

Nein, nicht der Obmann. Aber die Urkunde, in welcher die Pfarrei Naters erstmals erwähnt wird. Ein Geschenk des Stadtpfarrers Jean-Pierre Brunner an die amici.

Heute ist ein ganz besonderer Martins-Tag

Stiftungsratspräsident Stefan Ruppen

Was fällt ihnen spontan ein beim Datum 11. 11. 11 Uhr 11? Na klar: die Fastnacht, il carnevale!
Und die führt uns in diesem speziellen Falle nämlich nach Rom ins Collegium Germanicum, welches im August 1552 von Papst Julius III. mit der Bulle Dum sollicita gegründet wurde, mit dem Ziel: Abwehr der Reformation und Heranbildung romtreuer Priester u. a.
Zahlreiche Schüler stammten aus dem süddeutschen Adel, für die Ausbildung waren die Jesuiten zuständig. Zur Lebensschulung, und Persönlichtkeitsbildung, zur Erlangung von Reife und tugendhafter Urteilskraft liessen sich die Professoren folgendes gesellschaftliches Modell einfallen: Am 11. 11. um elf Uhr elf wurde aus der Schülerschaft ein Schüler zum Prinz Carnevale gewählt. Dieser hatte nun eine gewisse, wenn auch beschränkte Macht, durfte gesellschaftliche Anlässe organisieren, wobei Humor und Esprit gefragt waren. Bei diesen Festen durften sich die Studenten auch mal über ihre Vorgesetzten und das System lustig machen, im Rahmen natürlich. Dass dabei Essen, Fleisch: eben Carne-vale, und Trinken ebenfalls einen wichtigen Stellenwert einnahmen, machte das Bestehen und Treiben dieser Scheinhierarchie zu einem beliebten und lustvollen Erlebnis.
Doch nun kommt die Moral, welche dieser Zeit ein Ende setzt. Am Aschermittwoch verliert der Prinz Carnavale seinen Status. Schulisch geht es zurück in den Normalbetrieb.
Mit dem Aschenkreuz und dem Ausspruch: «Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst» wird die Besinnung und Rückkehr zur Demut besiegelt. Die irdische Macht, das prunkvolle Leben, die Schönheit, der eitle Tand zerfällt und ist nicht von Ewigkeit.
Und trotzdem, der Karneval wurde zum festen Bestandteil des Jahresablaufes und wurde von den Absolventen und Rückkehrern in der süddeutschen Heimat weitergepflegt. Die römisch-süddeutsche Fastnacht war geboren. Eine sehr katholische Angelegenheit!
Aber Basel ist doch eine Hochburg der Fastnacht und Basel ist doch reformiert? Ja, wenn man den Baslern die Fastnacht verboten hätte, wären sie katholisch geblieben. Also machten die Reformatoren mit ihnen einen Deal: Fastnacht ja, aber nicht vor dem Aschermittwoch.
Zurück zum 11.11., Sankt Martin, Patron der Schweizer Garde, welche seit 511 Jahren besteht und keine Scheinhierarchie oder Statistenrolle einnimmt oder darstellt, sondern treu im Dienste des Papstes steht und wirkt.
Und der heutige 11.11.2017, an dem das Museum der Päpstlichen Schweizergarde in der Festung LA CAVERNA von Naters auf den Tag seinen 11. Geburtstag feiert, ist für uns alle hier ein ganz besonderer Martins-Tag. Dass diese Institution seit 11 Jahren erfoglreich geführt wird und nichts an Attraktivität verloren hat, stimmt mich und hoffentlich auch Sie, zuversichtlich.
Auch ist der Stiftungsrat keine Scheinhierarchie, welche nach zwei Monaten zerfällt. Es sind engagierte Personen, welche sich ehrenamtlich für den Fortbestand, die Planung und die Finanzierung unseres Museums einsetzen.
In den Sitzungen des noch laufenden Jahres wurde über zahlreiche Projekte und Arbeiten befunden.
Es braucht aber noch eine Kraft, eine Person mit Visionen, Ideen und der beinahe unerschöpflichen Energie und Hingabe, diese auch umzusetzen und selber Hand anzulegen.
Kein Prinz Carnevale, aber Dr. Werner Bellwald. Ihm winde ich einen gewaltigen Kranz und danke dir Werner ganz herzlich für dein Engagement.
Wie sie, liebe amici, feststellen können, wurden viele Projekte erfolgreich realisiert. Machen sie sich ein Bild und besuchen sie die Ausstellung. Und es sind noch einige im Begriff, Realität zu werden. Eine lückenlose Aufzählung würde hier den zeitlichen Rahmen sprengen. Sie wollen ja nicht ewig auf das Brisolée warten.
Ein paar Highlights – und die gibt es in der Tat – werden euch heute von Werner Bellwald und von Martino Karlen noch vorgestellt. Sie dürfen gespannt sein.
Mein grosser Dank gehört meinen Kollegen im Stiftungsrat: Roland Walker, Amici-Obmann Tony Jossen, Sigi Heinzen, Valentin Pfammatter, Marcel Mangisch, Lukas Schmuki, Martino Karlen und Yves Zurwerra, für ihre uneingeschränkte Bereitschaft und Mitarbeit. Danken möchte ich auch unserem unermüdlichen Webmaster Hans Werz.
Dank geht an alle Sponsoren, die Loterie Romande und natürlich auch an die Gemeinde Naters, welche sich mit ihrem Engagement für LA CAVERNA stark macht. Ich bin froh, dass die Gemeinde in die kulturelle Infrastuktur investiert, denn das verleiht Naters ein Profil, Charakter, eine überregionale Ausstrahlung.
Ich wünsche dem zentrum garde für die nächsten elf Jahre eine erfolgreiche Weiterentwicklung, den Ausbau von interessanten und einmaligen Museumsprojekten und allen Mitarbeitenden Herzblut und Freude.
Auch danke ich ihnen, liebe amici, liebe Stifter, für ihre Bereitschaft und Unterstützung, sie sind uns wichtig.

Ausgabenüberschuss von CHF 4'167.60

Finanzminister Roland Walker

Kasssenwart Roland Walker musste für 2016, dem Jubiläumsjahr 10 Jahre amici, einen Ausgabenüberschuss von CHF 4'167.60 vermelden. Das Vereinsvermögen beträgt trotzdem noch 3'965.79 Franken.
Um mögliche Ausgabenüberschüsse zukünfig zu vermeiden, schläg er zwei alternative Massnahmen vor:
– Entweder wir werben 100 neue amici
– Oder: unsere Spende an die Stiftung Gardemuseum von 15'000 Franken reduzieren wir auf 10'000 Franken, wobei diese mir als Kassier der Stiftung nicht sympatisch ist.

Projekte Gardemuseum
Die Stiftung Gardemuseum, weist per Ende 2016 liquide Mittel von 168'000 Franken für geplante Projekte aus.
Projekte, die wir bis 2025 gemäss unserer Broschüre «die alte Festung neu gestalten» realiseren möchten, sind unter anderen:
– Fertigstellung und Eröffnung der sala Guardia
– Sanierung der Schatzkammer
– Platzierung der Gardefahnen in der Schatzkammer
– Das Felsengrotto als zusätlich benötigten Raum. Für die Sprengarbeiten und Errichtung stellen das Gardemuseum und Werner Bellwald mit seinem Museum «Les Valaisannerie» je CHF 60'000 zur Verfügung.
Was uns Sorgen macht, ist die Kantonale Baukommission in Sitten. Seit Jahren kämpfen wir um die Bewilligung, und es geht einfach nicht vorwärts.

Führungen durch Gardisten

3068 Führungen

3068 Führungen haben wir Ex-Gardisten seit dem 11.11.2006 gemacht und dabei 1807 Gruppen durchs Museum geführt.

Jährlich über 5000 Besucher

Vom 1.November 2016 bis zum 31.10.2017 haben wir 108 Gruppen in 163 Führungen durchs Gardemuseum geführt. Teilgenommen haben daran ca. 2100 Personen. Dazu kommen für den gleichen Zeitraum ungefähr gleich viele Führungen und Besucher die das Festungsmuseum besichtigt haben. Dazu noch die Anlässe wie Delegiertenversammlungen, Familienanlässe, Geburtstagsparties und kulturelle Anlässe, die im Kulturfels stattfinden. Wie ihr seht, es ist einiges los in der alten Festung von Naters mit jährlich über 5000 Besuchern.

658 Führungen mit 84 Jahren

Meine Lieblings- und Dankesfolie an die Führer: Mit seinen 658 Führungen und mit seinen 84 Jahren setzt Sigi Bestmarken, die wir anderen nur schwer erreichen kön-nen. Dafür Sigi gilt dir unser Dank und Respekt. 2016 hat unser Obmann Tony mit 33 Führungen am meisten Führungen gemacht. Eine Führung, nämlich die mit der Regierung von Appenzell Ausserrhoden, brachte dabei CHF 10'000 ein. Soviel spendeten diese nach der Füh-rung aus ihrem Kulturfond. Weitere Grosssponsoren, die Tony fürs Gardemuseum und die Caverna gewinnen konnte; CHF 100'000 von der Schweizerischen Nationalspende und 100'000 Franken von der Rudolf-Phol-Stiftung. Danke Tony

Ich wollte, aber ich konnte nicht Gardist werden

Franz Ruppen

Gemeindepräsident des grössten Walliser Dorfes und Nationalrat

Gemeindepräsident und Nationalrat Franz Ruppen hiess die amici im grössten Walliser Dorf willkommen und überbrachte ihnen die Grüsse der Gemeinde und des Parlaments in Bern. Dass sich die Welt immer schneller drehe, davon zeuge auch die Festung. Noch vor wenigen Jahren war sie hochgeheim – heute werde Werbung für möglichst viele Besucher gemacht. Sie sei heute ein touristisches Aushängeschild und ein Vorzeigeprojekt für die Gemeinde. Das Gardemuseum, ja die gesamte Festung, sei für ihn eine Herzensangelegenheit. Und Ruppen, der den Rang als Hauptmann bekleidete, verriet, eigentlich gerne Gardist geworden zu sein. Doch es habe einen triftigen Grund gegeben, der gegen diese Berufswahl gesprochen habe. «Warum kann ich als Politiker kein Gardist sein?» «Kennen Sie einen Politiker, der stundenlang still stehen und schweigen kann?»

Die «Sala Guardia» ist (fast) komplett

Martino Karlen

«Sala Guardia»-Vater

Martino Karlen, Vater der «Sala Gardia», würdigte noch vor der Enthüllung der beiden Gemälde «Détachement im Harnisch» und «Vereidigung» unseren Künstler Martin Jordan und seine Frau Sylvie. «Was Martin dieses Jahr wiederum geleistet hat, ist schlicht und einfach „fantastisch“. Er hat für das Projekt Sala Guardia wiederum sehr viel Freizeit und Herzblut in sein leidenschaftliches Hobby investiert. Und du, Sylvie, musstet ebenfalls während des Jahres viel Geduld aufbringen und Entbehrungen hinnehmen. Von uns ehemaligen Gardisten sagt man: einmal Gardist – immer Gardist. Martin, wenn ich so gesehen habe, mit welchem Einsatz du die zwei letzten Gemälde geschaffen hast, fragte ich mich einige Male: "Warst du eigentlich auch mal Gardist"? Die aktive Schweizergarde, wir ehemaligen Gardisten, dass zentrum garde und ihr Stifter und amici, ja sogar alle Besucher des weltweit einzigen Schweizergardemuseums, können sich stolz und glücklich schätzen, was du geleistet hast. Daher ist es mit mir ein grosses Bedürfnis, euch beiden, ein recht herzliches Dankeschön auszusprechen.»
Und warum ist die «Sala Guardia» nur (fast) komplett? Weil Papst Johannes Paul II. noch auf zwei Leibwächter wartet. Die aber schon bestimmt sind.

Die 5. Publikation des zentrum garde

Dr. Werner Bellwald

Kurator und treibende Kraft des Museums Schweizergarde

Museumskurator Dr. Werner Bellwald stellte der Versammlung die jüngste Buchproduktion des zentrum garde nicht nur vor, nein, er verschenkte sie gleich allen anwesenden Stiftern und amici. Die Publikation Nr. 5, mit dem Titel «Auswanderungsziel Vatikan, Schweizergardisten aus Naters und aus dem Wallis (1824 bis 2016)» wurde realisiert von Martino Karlen, Bernhard Rotzer und Werner Bellwald. Das 160 Seiten starke Buch liefert Informationen mit Namen, Orten, Daten, Fotos, Statistiken und Erklärungen auf die Fragen: Stellte das Wallis in den vergangenen 100, 200 Jahren wirklich die meisten Gardisten? Wie viele waren es? Woher kamen sie genau? Wie lange blieben sie im Vatikan? Und ist Naters wirklich das Gardistendorf par excellence?.
Aber auch über Neuzugänge im Museum durfte der Kurator berichten: So über eine schriftliche Information von Radio Vatikan von 1970 über die Abschaffung sämtlicher Garden – mit Ausnahme der Schweizergarde. Ein Dokument, gerettet von Kpl. Paui Stadelmann, Grenchen.
Gaby Pfyffer, Tochter von Franz Pfyffer von Altishofen, Gardekommandant 1972–1982, übergab dem Museum das Bundesverdientskreuz (Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland) ihres Papas selig.
Und ein ehemaliger Gardist überliess dem Gardemuseum seinen am Missionsfest-Lotto 1959 erhaltenen ersten Preis: eine bemalte Keramikvase, welche für Papa Giovanni XXIII. getöpfert wurde.

Fast 20% der Garde sind Walliser

Philippe Morard, Vizekommandant der Päpstlichen Schweizergarde, überbrachte die Grüsse des Kommandos und der aktiven Garde. Es war ihm ein Anliegen, darauf hinzuzweisen, dass knapp 20% des Gardebestands Walliser sind. Dies nicht zuletzt, weil das Museum und die amici für Nachwuchs werben. «Was gibt es besseres für die Garde, als ein Museum in der Schweiz - in Naters?» Innovativ zu bleiben für ein Museum sei eine grosse Herausforderung. Aber gerade die Erstellung der beiden Gemälde für die «Sala Guardia» zeuge für diese Innovatioskraft und helfe die Wege nach Rom zu ebnen.
Und Philippe Morard durfte die Heimreise in der Genugtung antreten, dass im Quartier in Vatikan bereits fünf – von den amici gestifteten – Raclette-Käse über dem Feuer schmolzen. Wir hoffen, dass er mindestens noch einen Abstrich erhalten hat...

Bilderbogen Amici-Treffen 2017

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Fotos: Bruno Enz und Franziska Karlen